„And, Joe, by the way – let’s get rid of these guys in Russelhein“

Google Earth macht klar: Das ist eine ganz schön weite Entfernung: Physisch wie mental

Mal vollkommen gleichgültig, was man von den aktuellen Verhandlungen von PSA und Opel hält, was man hineininterpretiert oder befürchtet – die Art und Weise, in der das zurzeit abgeht, ist vollkommen unverantwortlich, oder?

Traut man engen vertrauten Berichterstattern, hat selbst Opel Chef KTN erst 4 Tage vor dem öffentlichen Outing von den Verhandlungen erfahren, was den Mann mit Führungs-Geschick und benzingetränkter Vita zu einer Marionette degradiert. Und das ist ja noch das Kaffeehausgeschwätz dieser Geschichte.

Hier fühlen sich viele an die schlimmsten Zeiten von Opel erinnert – an die Übernahmeverhandlungen mit Magna, die Schließung des Werks Bochum, die nie sauber gehandhabt worden ist und sich noch zur bösen Keule entwickeln wird.

Ärgerlich: Es hätte sein Super Jahr werden sollen

Und all das in Zeiten, in denen eigentlich das Opel-Comeback stattfinden sollte: Einfach mal in aller Ruhe Autos bauen und schwarze Zahlen schreiben.

Der wichtigste Opel, der Opel Astra K, läuft gut. Der aktuelle Corsa ist ausgezeichnet und verkauft sich rund um Europa nicht nur gut, sondern streicht auch ausgezeichnete Kritiken ein. Der neue Insignia ist on the way und sieht so geil aus, dass man sich beinahe ein wenig an den Launch des auf dem Insignia A basierenden Saab 9-5 erinnert fühlt. Gerade, als den Saab retten sollte und erfolgversprechend aussah, kippen sie die Marke.

Whatt??

Das sind so die Momente, wo du einfach mal ein paar Tage krank feiern möchtest – auf einer Berghütte ohne Internet. Und dann irgendwann kommst Du wieder und alles ist gut.

Oder so.

Wenn Du zurzeit mit gestandenen Opelanern sprichst, erlebst Du gleichzeitig, dass da ein Gefühl ist, dass sich kaum in Worte fassen lässt, ausser vielleicht „Leere“. Da gibt es eigentlich keine richtige Reaktion mehr auf das PSA Thema, nur noch dieses Schulterzucken, du holst Luft, um etwas zu sagen, aber es kommt einfach nichts mehr.

Leere.

Interessant ist, dass uns letzte Woche in einer Kneipe in Wallau jemand sagte: „Vielleicht ist das irgendwie sogar besser so. Ich meine: Wirklich schlechter als unter GM kann es doch eigentlich auch nicht mehr werden, oder?“

Bessere Zeiten

Ein anderer mischt sich ins Gespräch ein, vom Sprachfall her, wird auch ohne Fragen klar: Er gehört zu jenen, die von Bochum hierher gewechselt sind. „Ich hab das Gefühl, dass das bei GM gar kein so richtiges Thema war. De hocken da uns sind gerade so sehr auf Umstellung ihrer Kostenstruktur geprägt, wahrscheinlich war das Top 31 auf der Vorstandssitzung, die Sonnen ging langsam unter, und da sagt dann einer ‚And, Joe, by the way – let’s get rid of these guys in Russelhein‘ – Und dann beschließen die das, genauso, wie sie den Lieferanten ihrer Papierhandtücher in Werk X beschließen oder so.

Erledigt.“

Und tatsächlich kommt einem das ein wenig so vor, wenn man Mary Barra, die GM Chefin, durch Rüsselsheim huschen sieht. Da kannst Du Dir gut vorstellen, wie Sie Freitag Nachmittag mit Ihrem Assistenten die Woche plant und der sagt „What are we going to do regarding Germany?“ „Yeah, thought about it… Ah – okay, shut it down, we have mor important tasks on the list, right?“

Wir werden sehen – aber vielleicht ist das sogar ganz gut so. Immer dann, wenn GM sich zu sehr eingemischt hat, hat das nichts Gutes bedeutet.




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