Die Böhsesten Opelz gehörten E-Technikern und Physikstudenten ;-)

Szene Bestandteil

Szene-Bestandteil

Von uns war wahrlich keiner ein Fan der Böhsen Onkelz – nicht, weil wir die pauschal für mehr oder weniger verkappte Nazis hielten oder so.

Aber die Verbindung zwischen Opel und den Onkelz war über Jahre eine schier erschreckend enge. Wenn Du in den 90ern auf ein Opeltreffen gefahren bist, dann war das einszwanziger Onkelz-Empblem auf der hinteren Scheibe beim Kadett E ebenso Pflicht wie beim frühen Astra, konnte man meinen.

opelzNach geiler natürlich: Später kamen die „BÖHSE OPELZ“ Aufkleber ins Spiel. Und da begann es dann in Teilen auch schon lächerlich zu werden. Plötzlich war das ganze wie eines dieser eigenartig gesellschaftsfähigen Tribal Tats oder Arschgeweihe, die man in Phasen nicht nur im Schwimmbad sichtbar trug.

Ich erinnere mich sehr genau, dass mir das damals auf den Keks ging, denn plötzlich fuhren die Typen mit Onkelz / Opelz-Aufklebern durch die Gegend, die bei mir an der Uni E-Technik studiert hatten. Die Typen, die diese zu großen Physiker Brillen trugen, die später, nach Columbine, immer die Amok laufenden Außenseiter trugen. Das waren mal sich keiner verkappten Nazis, aber das waren auch nicht die Typen, denen ich diese Art Musik zutraute. Und der war ich tendenziell sogar zugeneigt – neben AC/DC und Iron Maiden war in meinem Plattenschrank noch ein Meter für härtere Jungs Platz – nur eben nicht den Onkelz.

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Ja ja…. wenn Du dem erst mal ausgeliefert bist…

Die Wende brachte mir tatsächlich dann auch ein Opel, was schon in sich reichlich bizarr ist. Als ich den legendär peinlichen Calibra verkaufte und noch in Scheidungswirren steckte, kaufte ich einen Omega A (ja… die Geschichte sind wir noch schuldig….) – und dieser Omega A hatte tatsächlich den ONKELZ-Aufkleber quer über die Heckscheibe. Das wäre nicht so schlimm gewesen, wie die Tatsache, dass in dem Cassettendeck des Wagens eine C90 eingeklemmt war, die sich nicht mehr ejecten ließ…

Ja – Genau….

Beim legendären Biolek-Interview kommt Bassist Stephan Weidner gut rüber - und wirkt kein bisschen gefährlicher als Michale Bolton ;-)

Beim legendären Biolek-Interview kommt Bassist Stephan Weidner gut rüber – und wirkt kein bisschen gefährlicher als Michale Bolton 😉

Handverlesene Highlights der Böhsen Onkelz…  Aaaahhh

Und da warst Du aufgeschmissen – da konntest Du nicht einfach aufs Radio umschalten – das ging nur, wenn man die Cassetten herausfahren ließ – aber ach ja, richtig: Das ging ja nicht. Es war eine Phase, in der ich Verkehrsmeldungen geliebt hab, weil sie die Onkelz unterbrachen. Aber so ganz ohne Musik war eben auch irgendwie blöd….

Die Texte zum Kotzen, dieses dumme Gebrüll, der melodische Rock, die eingängigen Riffs… Hä? Moment mal!

Plötzlich ertappte ich mich dabei, dass die Zwangebeatmung Wirkung zeigte. Und in der Zeit fuhr ich locker 60.000KM im Jahr. Und plötzlich kannst Du Terpentin fehlerfrei mitsingen und Keine Amnestie für MTV bekommt Hymnen Charakter….

Ich würde heute noch unterschreiben, dass Kevin Russel peinlich ist – aber als ich kürzlich ein Interview mit Stephan Weidner las, der von der Fertigstellung des kommenden Albums sprach, da wurde ich schon ein wenig melancholisch.

Ich werd es mir runterladen, wenn es im Herbst kommt – dann steht es wenigstens nicht sichtbar im Schrank 😉




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