Opel Astra K – eine Woche mit dem wichtigsten neuen Opel

Da kann ich der Golf mal locker verstecken ;-)

Da kann ich der Golf mal locker verstecken 😉

Wir müssen hier ja zugeben, dass wir nicht ganz objektiv sind, denn auf den Astra K haben wir uns dermaßen gefreut – bei dem wollten wir einfach, dass er gut wird. Dennoch sind wir ihn nicht überstürzt gefahren, sondern haben gewartet, bis auch der „Caravan“ des neuen Astra verfügbar ist – und das ist jetzt der Fall.

Schließlich ist der Sports Tourer beim Opel Astra K wieder einer der Volumenträger – wie auch bei allen seinen Vorgängern. Hier hat Opel tatsächlich wieder einmal den den Klassenstandard gesetzt, damals mit dem Kadett – Ford folgte zunächst halbherzig – Volkswagen fast 3 Jahrzehnte später; das kann man eigentlich kaum noch kommentieren.

Uns standen für über eine Woche insgesamt 3 Astra K zur Verfügung: Eine Limousine in diesem sexy Braun mit dem 1.6er CDTI und 136 PS. Dann eine weitere Limousine mit dem 3 Zylinder Benziner 1.0 Ecotec mit 105PS – eine eher ungewöhnliche Kombination aus gehobener Ausstattung und kleinem Motor – Vorführwagen, gezielt von einem 73jährigen Kunden bestellt, der seit 1974 Opel fährt und den Wagen mit 5.000 Kilometern zu einem fairen Preis übernehmen wird. Der Dritte schließlich ein Sports Tourer mit dem 1.4er Benziner, satten 150PS und Automatik. Also in Summe also alles wesentliche abgedeckt.

Astra K schwarz 2016

Einfach ’ne geile Form, oder?

Erstkontakt Opel Astra K 2016

Die normalen Modelle haben keine Chromleiste - das sieht nicht schlecht aus....

Die normalen Modelle haben keine Chromleiste – das sieht nicht schlecht aus….

Der Astra K hat eine enorm gute designerische Balance, die in der Klasse aus unserer Sicht sonst nur noch der 1er BMW hat. Der Golf VII ist auch straff geformt, der Ford Focus schon weniger und der Astra J wirkte neben denen – trotz seiner durchaus vorhandenen Qualitäten – immer irgendwie wie der kleine dicke Junge.

Das ist alles durch beim Astra K, aus und vorbei. Vor allem von hinten ist der Astra K in seiner kompakten Fassung aus unserer Sicht schlicht das schärfste Auto der Klasse, seit der BMW dieses leicht aufgebauschte Heck hat. Den Audi A3 wollen wir nicht vergessen – der ist auch recht stramm – aber der sieht seit 1997 irgendwie gleich aus, was ihn ein wenig zurück wirft.

Der Astra ist sexy. Dynamic und Innovation sind durch ihre Chromleiste noch deutlich dekorativer – das ist wirklich chic – und hier muss man leider sagen: Wir sind charakterlich ungeeignet und würden alle den Aufpreis zahlen, nur um diese Chromleiste zu haben…

...aber diese Chromleiste (Ab Dynamik) macht wirklich einen Unterschied, wenn zwei nebeneinander stehen. Der Innenraum ist auch bedeutend dekorativer. Aber zwischen Dynamik und Edition liegen auch mal eben knapp 2500€...

…aber diese Chromleiste (Ab Dynamik) macht wirklich einen Unterschied, wenn zwei nebeneinander stehen. Der Innenraum ist auch bedeutend dekorativer. Aber zwischen Dynamik und Edition liegen auch mal eben knapp 2500€…

Innen setzt sich das grundsätzlich fort. Der Astra K ist richtig schön geworden. Wenn da jetzt wieder die Autozeitungen schreiben, dass der Wagen innen kein Premium-Flair ausstrahlt, dann mag das stimmen – der Opel ist ja auch kein verzweifeltes Premium-Auto. Vielmehr ist er wirklich solide, unspektakulär, aufgeräumt und sauber verarbeitet. Das gilt übrigens auch unterm Blech – wo Opel schon seit längerer Zeit weit besser ist, als die Leute glauben wollen. Schau dir Langzeit-Tests an – hier ist der Opel in den vergangenen Jahren europaweit besser gewesen als Toyota (!); in der Statistik der britischen Garantie-Versicherer rangiert er von Volkswagen, Porsche, Audi und BMW- noch fragen?

Hinter dem Lenkrad – Astra K

Eins ist wirklich beeindruckend: Der kleinste Benziner mit seinen 3 Zylindern und gerade einmal 105PS schafft stattliche 200 KM/H (!). Erinnern wir uns: Der Kadett C GT/E mit derselben Leistung brachte es auf 179 KM/H – und der war damals immerhin das Spitzenmodell. Wer also meint, der neue Astra sei mit seinem 3 Zylindermotor untermotorisiert, der möge sich kurz besinnen…

machen was her und sind (auch ohne Leder) sehr langstreckentauglich. Da war der Astra J schon gut, der Astra K ist besser. Besser übrigens auch als Golf und Focus

machen was her und sind (auch ohne Leder) sehr langstreckentauglich. Da war der Astra J schon gut, der Astra K ist besser. Besser übrigens auch als Golf und Focus

Und Tatsächlich: Wirklich untermotorisiert kommt man sich im Astra K mit dem kleinsten Motor denn auch eigentlich nicht vor – das Drehmoment von satten 170NM spielt dabei sicherlich eine Rolle – damit konnte gerade mal der 2 Liter GSI des Astra F aufwarten; in der Klasse speieln wir also eigentlich. Und da der neue Astra um satte 110 bis 190 Kilo leichter geworden ist, ist klar, wohin die Reise geht… Die kleine Motorisierung passt. Die 136PS Diesel Motorisierung ist gewohnt wuchtig und setzt Akzente mit dem vorhandenen Drehmoment. Aber ganz realistisch betrachtet: Fährt man den Benziner mit 1,4 Liern, was ja eigentlich nicht so arg viel ist, so kommt man schon ins Grübeln. Der Diesel ist spektakuläre 2.500 Euro teurer – und da reden wir noch nicht einmal über die unsichere Diesel Zukunft im Rahmen der aktuellen Diskussion – der Benziner hat auch noch in allem aufgeholt: Der ist kräftig, der ist sparsam…
Selbst mit der Automatik an Bord lassen sich Verbräuche mit einer 5 vor dem Komma realisieren – am besten natürlich auf der Autobahn. Aber auch sonst darf man hier nicht mehr reflexartig zum Diesel greifen. Die Benziner in dem nun signifikant leichteren Wagen haben dermaßen aufgeholt…

Fahren mit dem Astra K

Wie gesagt: Nichts gegen den Astra J – aber der Astra K ist einfach DER Fortschritt. Der ist in allem fahrerisch überlegen, enorm dynamisch und sauber abgestimmt; etwas härter vielleicht, ja. Der Astra J war für seine Klasse so schwer, dass man das auch schon mögen konnte – das gab ihm etwas gediegenes, half ihm, sauber zu federn. Aber er war eben nicht der Chefdynamiker, während der Astra K eben beide Disziplinen sauber beherrscht, ohne dabei hart zu sein. Mit dem Dreizylinder macht man objektiv durch das unglaublich gute Fahrwerk die Ren klassiker unserer Jugend vom Schlage eines Kadett C GT/E locker nass. Nur das Geräusch ist etwas eigenartig – merkt man aber auch nur, wenn man das Fenster runter lässt, denn der Astra ist überaus gut Geräusch gedämpft – tatsächlich zeigen das ja auch die Tests der großen Autozeitungen.

Fahrerisch fällt auf, dass der leichtere Wagen viel satter auf der Strasse liegt. Alles fühlt sich brutal sicher an und die Lenkung vermittelt vernünftigen Strassenkontakt.

Sauber ausgekleidet und gut zu beladen. Der Kofferraum des Sports-Tourers ist sehr durchdacht, größer als der des Insignia A obendrein...

Sauber ausgekleidet und gut zu beladen. Der Kofferraum des Sports-Tourers ist sehr durchdacht, größer als der des Insignia A obendrein…

Das entschlackte Armaturenbrett ist übersichtlicher und sauber verarbeitet – bis auf den Bordcomputer versteht man das gleich – und den Bordcomputer dann kurz danach. Auch die Navis arbeiten überschaubar und einfach – die Bedienoberfläche wirkt allerdings schon ein wenig infantil…

Nervig: Ob nun Kompakt oder Caravan: Der Wagen ist nach hinten vollkommen unübersichtlich – und nach vorne im Grunde genommen auch… Das ist keine Freude – und die ganzen angebotenen Parkpiloten….? Ja, rein damit – zumal die signifikant billiger sind als bei VW.

Einen Astra K kaufen

Wo wir gerade bei billiger sind: Der Astra K ist natürlich realistisch deutlich teurer geworden als der Vorgänger, weil die Händler schlicht nicht die Rabatte geben wie beim Vorgänger-Modell – warum auch? Der vollstausgestattete Astra K Sportstourer kostet 38.000 – und dann hat er Leder und alles erdenkliche an Assistenzsystemen drin, Navi und eben einfach die ganze Liste. Den Golf hingegen bekommst Du ohne Mühe DEUTLICH über die 40.000er Schwelle gehoben.

knackarschDennoch machen einem die Preisentwicklungen generell irgendwie Angst – aber das ist ja völlig Opel-unabhängig.

Am Rande unserer Erprobungsfahrten hatten wir eine nette Begegnung. Ein rüstiger Renter – dieser Typus mit Mütze und dem grauen Rentner-Einheitsblouson – sprach uns auf dem Parkplatz an und setzte sich während des Gesprächs mal in unseren Wagen. Es stellte sich heraus, dass der Mann, 71 Jahre alt, sogar 15 Jahre bei Opel „geschafft“ hatte und immer ein überzeugter Opel Fahrer war. Den Astra J mochte er nicht, den neuen findet er toll und will sich vielleicht wieder einen kaufen – der davor war einfach zu sehr GM gewesen und „kompromissbehaftet“ – sprach’s, verabschiedete sich und fuhr im Corsa davon, dessen Komfrotmaße die des Kadett D locker übertreffen….




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