Opel erfolgreich? Wie schwer wäre das gewesen?

Wie unsere Freunde vom Youngtimer Blog dargestellt haben: Die 90er Jahre waren ein Desaster amerikanischen Management in Europäischen Firmen – und die Beispiele könnte man beliebig lang fortsetzen – Ford und vor allem Opel sind da nur sehr sichtbare Beispiele.

Aber blickt man zurück, gibt es nicht den einen Moment, die sichtbare Einzel(fehl)entscheidung, die Opel in Bedrängnis gebracht hat – das sind schon eine Kette von Themen. Wo also hat das ganze angefangen, was war der früheste Punkt, an dem Opel falsch abgebogen ist? Der Omega? Der Senator? Noch früher….?

Wir gehen zurück, begeben uns in eine Parallele Realität und retten Opel…

 

1973: Zur IAA erscheint der frontgetriebene Kadett C als Nachfolger des heckgetriebenen B-Kadett von 1965. Opel geht in die große Verantwortung, mit dem Kadett c den ersten Frontantriebswagen der Marke zu bauen, hat aber erkannt, dass diese Entwicklung in ganz Europa eine Rolle zu spielen scheint. Fokus-Modell der Reihe ist der Viertürige Kadett City mit schrägem Heckabschluss, während die Limousine eher für die südlichen Länder von Bedeutung ist. das zunächst geplante Coupé wird verworfen – die Sportrolle nimmt der City GT/E ein sowie ein Shooting Break, der nichts anderes ist, als ein tiefer gelegter zweitürigen Caravan. Dieser Wagen wir später zur Legende.

Der Kadett C Shooting Break war zwar auch mit kleineren Motorosierungen verfügbar, wurde aber natürlich speziell mit den GT(E Motoren zum durchschlagenden Erfolg

Der Kadett C Shooting Break war zwar auch mit kleineren Motorosierungen verfügbar, wurde aber natürlich speziell mit den GT(E Motoren zum durchschlagenden Erfolg

1975: Ein Wichtiges Jahr für Opel. Mit dem Erscheinen des Opel Ascona B und des Manta B prägt Opel die Mittelklassen entscheidend mit. Der Erfolgsträger dieser Klasse wird der Ascona B Caravan. Basierend auf dem Erfolg des Kadett Shooting Break launcht Opel auch in dieser Klasse den Manta B Schooting Break GS/E, der mit seinen bis zu 144PS nicht nur ein Erfolgsmodell wird, sondern auch den BMW 323i über die kommenden Jahre substanziell in Schach halten kann.

manta_kombi_shooting_brake1977: Erneut ein wichtiges Jahr für die Adam Opel AG – Mit dem Erscheinen des Rekord E und des kurze Zeit später vorgestellten Duos Senator A und Monza A wird eine völlig neue Phase eingeläutet. Der Senator A ähnelt dem Rekord E in seiner Linie, ist jedoch mit satten 4 Zentimetern mehr Breite und einer längeren Fahrgastzelle ein echtes Oberklasse-Auto, dass durch seine Kompaktheit und sein geringeres Gewicht viele Mitbewerber ausstechen kann. Der Rekord E glänzt als Spitzenmotorisierung mit einem 130PS starken 6Zylinder, der eigentlich für den Nachfolger des Commodore B vorgesehen war, beim Modellwechsel aber ersatzlos entfällt. Speziell als Kombi wird der 6Zylinder Rekord E ein beliebtes Zugfahrzeug – diesem Trend trägt Opel Rechnung und launcht auch den Senator als Kombi.

ach... wäre das denn nun wirklich so schwer gewesen? Der Senator wäre der Top-Score im Bereich Edelkombi gewesen - Opel hätte ganz weit vorne mitspielen können - alle Komponenten waren da und die Zielgruppe wäre auch die richtige gewesen

Der erste Senator Kombi veränderte die Klasse und brachte andere Marken im Bereich der Edelkombis nochmals unter Zugzwang

1978: Opel sichert sich die Rechte des Exportes in verschiedene Länder Osteuropas. Vor allem in Polen, wo Opel mit der Motorenfertigung noch vor dem Kriegszustand beginnt, wird Osteuropa zu einem der wichtigsten Absatzmärkte der Marke

1979: Mit dem Launch des Opel Corsa A zeigt James F. Waters, dass er den Europäischen Markt verstanden hat – VW ist mit dem Polo erfolgreich, Ford europaweit mit dem Fiesta Marktführer – ein Segment, in dem Opel mitspielen muss. Aus Kostengründen wird der Wagen im spanischen Saragossa gefertigt – auch hier beweist James F. Waters Weitblick: Den Manager vor Ort, einen gewissen José Ignacio López de Arriortúa, stuft Waters als verrückt ein, als der ihm seine Pläne für Opel erläutert, die sich ausschließlich um Kosteneinsparungen drehen, jedoch für Qualität keinen Raum lassen. Zu diesem Zeitpunkt produziert Opel rund 1,6 Millionen Fahrzeuge im Jahr und wird überall entsprechend beachtet. Waters feuert den spanischen Manager, der später bei Volkswagen anheuern wird und dort durch sein unrühmliches Auftreten bestätigt, dass diese Entscheidung goldrichtig war: So jemand hätte Opel nur schaden können.

1982: Opel ersetzt sein Erfolgsmodell Kadett C durch ein futuristisch anmutendes Modell, das erneut ein Weltauto wird und von anderen GM-Marken in anderen Ländern vertrieben wird. Um den Wagen auch international einheitlich vertreiben zu können, und Marktimpulse zu setzen, lanciert Opel dieses Modell unter dem Namen Astra, der in UK bereits verwendet wird.

Der Kadett D war seiner Konkurrenz in vielerlei Hinsicht voraus

Der Kadett D war seiner Konkurrenz in vielerlei Hinsicht voraus – konnte den Golf in Deutschland dennoch zahlenmäßig nicht schlagen

1983: Nach 8 erfolgreichen Jahren ersetzt Opel den Ascona B durch den ersten Vectra, der neuen Namensgebung folgend – erfolgreichstes Modell wird auch hier wieder der Kombi, jetzt im Frontantriebslayout.

1985: Ein wichtiges Jahr für Opel – der Opel Omega A ersetzt den Rekord E. Auf einer verkürzten Omega-Plattform erscheint zur IAA der Manta C, der dem Heckantriebs-Layout treu bleibt. Durch die Übernahme der Motorenpalette von Omega und Senator ersetzt der Manta C gleichzeitig den Opel Monza, da die Fertigung von 2 Coupés sich als nicht wirtschaftlich erweist, da der Coupé-Markt in Deutschland kleiner geworden ist. Der flache breite Wagen wird daher deutlich stärker als Konkurrenzmodell zum 3er BMW ausgerichtet, dessen Sportmodelle die Szene prägen. Wie stilprägende der Manta in 10 Jahren Bauzeit als Typ B war, zeigt der zu dieser Zeit entstandene Film „Manta Manta“ – eine Liebeserklärung an das Original.

corsa-b-caravan1986: Mit dem Erscheinen des neuen Senator festigt Opel seinen Erfolg in diesem Segment. Die Motorisierungen des großen Wagens, der nun nicht mehr auf dem Omega basiert, reichen bis auf 4,5 Liter herauf und manifestieren seine Rolle in der automobilen Oberklasse.

1987: Der Opel Corsa B erscheint als Kompakt, Limousine und Kombi. Nach dem Fall der Mauer werden die Modelle die meistverkauften Fahrzeuge in dieser Klasse im geeinten Deutschland….

1990: Opel engagiert Bitter als Haus- und Hoflieferant für eine Premium-Linie, die sich über die Baureihen Senator, Omega und Vectra erstreckt, um der wachsenden Konkurrenz von Audi, BMW und Mercedes besser begegnen zu können.





12 Gedanken zu „Opel erfolgreich? Wie schwer wäre das gewesen?

  1. Der Opel Corsa b wurde doch nicht 87 gebaut…
    1983 gab es doch keinen vectra sondern der ascona c den es hier nicht als kombi gab.
    Bitte ueberpruefe nochmal die auflistung.

  2. Jetzt wo ich es verstanden habe und nicht überflogen habe kann ich das nicht alles unterstreichen. Opel hätte niemals die Namen Ascona ,Rekord und Kadett aufgeben dürfen weil diese namen ja nie das Problem wahren. Durch neue Namen muss wieder die Käuferschicht herangeführt werden. Beim Kadett z.B. jeder bescheid was er kauft nämlich gut bürgerlich.
    Das Desaster begann nach meiner Meinung beim Kadett E/ Astra F weil die einfach so nichtssagend sind (wenn man jetzt die cabrios und sondermodelle ausser acht lässt) Der zweite große Fehler ist beim C Ascona zu finden. Weil es kein Kombi gab wurden die Kunden nach Vw und co getrieben und dann gebunden. Der richtige Todesstoß ist Anfang der 2000er als es keinen Omega Nachfolger gab. Ein richtig platzierter Nachfolger hätte beflügelt.
    Außerdem wie kommt man darauf den Kadett C hätte ein Frontantrieb gut getan?

    1. Schrägheck mit Frontantrieb wurde in dieser Zeit zum Sieger-Layout der Klasse. In Deutschland zunächst der Golf – und dann sind alle gefolgt – in Italien und Frankreich passierte das schon etwas früher. 1976 kam bei zwei verschiedenen und unabhängigen Befragungen heraus (Eine davon von Ford in Auftrag gegeben), dass diverse Käufer des Golf sich bewusst gegen einen Kadett oder Escort entschieden hatten, weil es denen – im Gegensatz zum Golf – bei Schnee an Traktion fehlte. Das eine Heckklappe praktischer war als der Kofferraum einer Limousine in dieser Klasse, sprach sich ebenso schnell herum

      1. Gut das ist ein Argument aber das Opel dann komplett den Heckantrieb verbannt hat ist auch nicht gut gewesen. Wie oft hoert man Opel kauf ich erst wieder wenn es was mit Heckantrieb gibt.
        Deswegen sehe das absolute Fehlverhalten mitte der 90er Jahre. Es gab nur noch den Omega B(tolles auto) mit Heckantrieb und sonst nur Frontkratzer. Man hätte noch ein weiteren Hecktriebler aufnehmen sollten um die alt Kundschaft zubedienen. (vllt den Calibra als Hecktriebler) Ich persönlich hab ja nix gegen Frontkratzer habe aber das schon oft hören müssen.
        Das langweilige Design vom Astra F und dessen Rostprobleme haben vieles kaputt gemacht.
        Natürlich hatten eigl. alle Autohersteller Rostprobleme usw. (auch vw polo dreier golf usw.! Auch wenn die vw juenger mir was anderes erzählen wollen)
        Opel wurde das dann besonders unter der Nase gerieben (das unterstelle ich jetzt mal der autobild und co) und Opel hat sich einfach nicht gewährt.
        Spannendes Thema ich koennte fast Gastkommentar schreiben.

          1. Wo ist denn der Manta in den 90ern gewesen? Der Cali ist zwar tolles Auto aber es ist ein bleibt kein Manza

  3. Kadett C war doch kein Fronttriebler! Und der wurde auch nicht 1982 abgelöst sondern 1979 vom D-Kadett, der dann Frontantrieb hatte. Die Bilder zeigen auch keinen D-Kadett sondern das spätere E-Modell…. wer verfasst denn solch einen Artikel?

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