So fühlt sich ein Besuch beim „Volks“wagenHändler an….

Wie kürzlich berichtet (einmal und noch einmal) haben wir ein grundlegendes Transportproblem und meine Frau ist willens, das mit Hilfe des Volkswagen-Konzerns zu lösen, da Opel leider keine rechte Alternative zum Sharan / Alhambra bietet. Also – wir haben es wirklich versucht mit dem Vivaro – aber der ist es einfach nicht.

Also: Volkswagen-Händler angerufen, Botschaft „Wir würden gerne mal den Sharan fahren“. Eigentlich ein Standard-Akt – oder? Hm… Nicht so bei Volkswagen… Nach 2 mal durchstellen und dem dritten Mal Vortragen unseres Wunsches bekomme ich langsam das Gefühl, ich solle vielleicht besser einen schriftlichen Antrag einreichen und eine Nummer ziehen, um den vortragen zu dürfen. Tatsächlich bin ich bei Person 4 am Telefon dann endlich richtig – naja – so halbwegs. Herr Soundso ist nicht da – aber er könne mir schon auch helfen. (und irgendwie höre ich dahinter den Satz klingen „wenn es denn sein muss….„) Ja, muss es.

Lieber Geld für dekorative Werbe-Retusche als für Kundenservice, wie mir scheint. Auf meine 3 Beschwerdemails bei Volkswagen (Zentral und bei den beiden Händlern) hat sich übrigens niemand gemeldet

Lieber Geld für dekorative Werbe-Retusche als für Kundenservice, wie mir scheint. Auf meine 3 Beschwerdemails bei Volkswagen (Zentral und bei den beiden Händlern) hat sich übrigens niemand gemeldet

„Wir würden gerne einen Sharan Probefahrten, am besten mit dickem Diesel und Automatik, wenn Sie….“

„Einen Sharan?“

„Genau, am besten“

„Haben wir nicht“

„…haben Sie heute keinen da oder grundsätzlich keinen da oder wie muss ich….“

„Den haben wir nie da – viel zu selten“

„Zu selten…. zu selten was?“

„Wird einfach zu selten verkauft.“

„Und deshalb haben Sie nie einen da….?“

„Ganz selten mal. Die meisten Leute fahren den eh nicht, bevor sie den kaufen. Beim Sharan können Sie nichts falsch machen. Sie können ruhig mal vorbei kommen und wir konfigurieren den.“

sehr aufmerksam…. Wir müssten den aber mal fahren – meine Frau ist nicht die Größte und da müssen -“

„Nein – da sehe ich schwarz. Vielleicht versuchen Sie das mal woanders – in großen Städten sollte das gehen. Und dann kommen Sie anschließend bei uns vorbei und wir machen das fertig – aber ich kann Ihnen sagen: Den können Sie einfach so aus dem Katalog kaufen.“

„Okay… haben Sie da einen Partner, einen anderen Händler, mit dem sie sowas machen?“

...coole Karre - aber zu klein

…coole Karre – aber zu klein

„Da gehen Sie am besten auf VW.com und suchen sich einen raus…“

Abgesehen mal davon, dass VW.com nun wahrlich nicht die Deutsche Volkswagen-WebSite ist – da fehlen mir schon ein wenig die Worte – zumal ich mich mit diesem Thema ja nun mal beruflich auseinander setze. Klar: Opel Händler sind auch nicht immer Gold – keine Frage – aber das habe ich persönlich so noch nicht erlebt – Dienstleistungsbereitschaft ist ja wohl anders. Also die richtige Volkswagen-Seite auf, 3 Händler in der „Großstadt“.

„…einen Sharan Probe….“

„Hm… schwierig… Den haben wir nicht da.“

„Aber sicher können sie den besorgen… Oder vielleicht haben Sie einen Gebrauchten da?

„Haben Sie denn ernsthafte Kaufabsichten….?“

WHAT???

„Hm… meinen Sie, ich fahre 40 Kiloemeter für eine Probefahrt, ohne ernsthaftes Kaufinteresse….?“

„Naja – da erleben wir schon die dollsten Dinger…“

„Hm… also Sie wollen mir keinen Wagen zur Probe besorgen – verstehe ich Sie da richtig?“

„Nein… Ich schau mal im System, wo einer ist.“

Keine Ahnung, wie die Typen ihre Wagen loswerden - aber ich will es auch gar nicht mehr so recht wissen

Keine Ahnung, wie die Typen ihre Wagen loswerden – aber ich will es auch gar nicht mehr so recht wissen

„Wie meinen Sie das? Sie können nachsehen, wo sich der nächste Vorführwagen befindet?“

„Klar.“

„Kann das jeder VW Händler?“

„Sicher – warum?“

„Nur so… interessehalber…“

Eigentlich ist mir schon die Lust vergangen – aber irgendwie müssen wir das ja langsam über die Bühne bekommen. Nach weiteren Wirren stellen wir fest, dass auch der Händler das nicht hinbekommen will. Unfassbar. Am Ende rät er uns todernst dazu, auf der Gebrauchtwagenbörse auf VW.com zu schauen und dann einen Gebrauchten zu fahren. „Die unterscheiden sich eh nicht groß vom Neuen.“ Gut… Die haben mittlerweile neue Motoren – aber ich will nicht pingelig sein – aber genervt bin ich und lass es für den Tag – und für den nächsten. Am Tag drauf bleibe ich in Sichtweite eines Seat-Händlers an einer Ampel stehen. Der hat satte 5 Alhambras – baugleich mit dem Sharan. 2 Neue, 3 Gebrauchte.

Was hier nicht reinpasst, past wahrscheinlich nur noch in einen langen Vivaro. Der Alhambra ist auch sonst durchdacht und sauber konstruiert

Was hier nicht reinpasst, paßt wahrscheinlich nur noch in einen langen Vivaro. Der Alhambra ist auch sonst durchdacht und sauber konstruiert – Schiebetüren schließt man als Vater sofort ins Herz, auch wenn die Marke wehtut

Eine halbe Stunde später treffen ich meine Frau bei dem Händler zur Probefahrt. Der versorgt mich so lange mit Kaffee und gibt mir die Schlüssel der zwei am ehesten in Frage kommenden Modelle. Auf die VW-Händler und deren verhalten angesprochen, schüttelt er – zunächst zögerlich – den Kopf. Und dann sagt er und macht klar, dass er dafür ganz sicher nicht zitiert werden will – dass es sich da um „fettleibiges faules Pack handelt“. Er erklärt uns, dass „wir die Werkstatt ständig voller VWs haben – schon, weil die meisten Leute sagen, dass ei einfach keinen Bock mehr auf diese Händler haben, bei denen man sich immer wie ein Bittsteller vorkommt.

Ich ahne, was er meint.

Wir werden uns auch sonst einig – einen anständigen Preis für den Alhambra (170 Diesel-PS, 18 Monate und 28.000 Kilometer alt) und einen guten Preis für unseren fetzigen 200PS Zafira… Ab kommender Woche fahren wir also keine 3 Opel mehr, sondern 2 Opel und einen Seat. Und zugegeben: Der ist konzeptionell toll. Der Innenraum fühlt sich nicht ganz so wertig an wie bei den aktuellen Opel – aber der Kofferraum ist fantastisch – der Klappmechanismus für die Sitze in allen Reigen sehr durchdacht und leicht zu bedienen. Der Diesel ist lauter als bei den aktuellen Opel – aber auch nur, wenn er kalt ist.

Ich werde das alles sehr genau beobachten…



2 Gedanken zu „So fühlt sich ein Besuch beim „Volks“wagenHändler an….

  1. Erinnert mich an damals, als ich ein Praktikum beim Autohändler machen wollte. Zum nächstbesten VW Händler und einen Termin für ein Vorstellungsgespräch bekommen. Termin: 15:30. Ich war um 15:15 da und meldete mich an. Die Sekretärin meinte daraufhin „Der Herr …, der Chef, der ist noch in Mittagspause. Gegen 15:40 sollte er wieder da sein. Sie können hoffentlich kurz warten, aber nehmen Sie bitte nicht Platz, das ist den Kunden vorbehalten“ … Aha? Als 17-Jähriger mit Pappe, der evtl. demnächst ein Auto kaufen will gelte ich nicht als möglicher Kunde? Interessant…

    Als der Chef dann da war, lief das so ab:

    Ja guten Tag, Sie wollen hier ein Praktikum machen?
    – Guten Tag Herr …, ja, das wäre in meinem Interesse.
    Werkstatt oder Verkauf?
    – Verkauf. Ich möchte gern…
    …ja, passen Sie auf, der Verkauf ist bei uns nur ganz klein. Gucken Sie sich nochmal um, wenn Sie in 2 Wochen nichts anderes haben, nehmen wir Sie. Ich muss jetzt auch direkt weiter, habe noch einen wirklich wichtigen Termin.

    Ok. Interessant. Ein Glück, dass ich Corsa fahre.

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